4. Dresdner Dampfloktreffen
Heizhausexpress

150 Jahre über die Tharandter Rampe...

...durch den Tharandter Wald

Am 28. Juni 1855 ging die Albertbahn von Dresden nach Tharandt in Betrieb; „Königlicher Dampf im Plaunschen Grund“. Nach dem Weiterbau der Strecke ging im August 1862 mit dem Abschnitt Tharandt-Freiberg; die Tharandter Steige in Betrieb, jener Streckenabschnitt bis Klingenberg-Colmnitz, der seinerzeit eine Ingenieurtechnische Herausforderung für den Bahnbau bedeutete und es auch heute noch für den Betriebsdienst ist. Mit einer Steigung von 1:40, teilweise gar 1:39 war und ist sie die steilste Hauptstrecke Sachsens. Auf 11,6 km Länge wird ein Höhenunterschied von 228 Metern überwunden.

Auf dieser Strecke wurden die verschiedensten Lokomotiven eingesetzt, so die Schnellzug-Dampflokmotiven der BR 19.0, dem legendären „Sachsenstolz“ . Insgesamt waren 23 Maschinen von Dresden und Reichenbach aus im Einsatz.
Ergänzt wurden sie durch die BR 39.0 (pr.P10) sowie die Personenzug-Baureihe 38.2-4 und die Güterzug-Dampfloks der BR 58. Die Schiebedienste der 58er von Tharandt nach Klingenberg-Colmnitz waren auch für Schnellzüge unentbehrlich. Am Ende der 50er Jahre wurde die BR 39 in einer Rekonstruktion modernisiert, d.h. vor allem mit einem modernen Hochleistungskessel ausgerüstet und als Ablösung der älteren Bauarten bis zur Elektrifizierung eingesetzt.
1965 begannen die Elektrifizierungsarbeiten für die 127 km lange Verbindung von Zwickau über Karl-Marx-Stadt nach Dresden. Diese Strecke war der komplizierteste Teil des sächsischen Dreiecks Dresden-Leipzig-Zwickau. Erhebliche Umbauten an der Strecke wurden erforderlich. Im Tharandter Wald mussten zahlreiche Felsen gesprengt und Stützmauern verstärkt werden, der Tunnel bei Edle Krone wurde erweitert und bekam zwei neue Portale. Die Befestigung der Fahrleitungen erforderte zum Teil sehr aufwändige Mastkonstruktionen. Am 30.Mai 1965 ging der erste Abschnitt von Zwickau nach Karl-Marx-Stadt in Betrieb, am 26.September 1965 die Verlängerung bis Freiberg. Am 23.September 1966 folgte der letzte Abschnitt zwischen Freiberg und Dresden. Auf der Gesamtstrecke Zwickau-Dresden wurde der  elektrische Betrieb am 25.September 1966, vor über 45 Jahren offiziell aufgenommen.
und wird z.Z. über Reichenbach und Plauen weiter verlängert.

Unzählige Züge mit unterschiedlichsten Gütern in den verschiedenen zeitlichen Epochen der 150 jährigen Geschichte der Tharandter Rampe wurden über den Berg „geschleppt“ - die Tharandter Steige befördert. Auch viele Tausende Tonnen Kohle oder „Gewöhnliche Erde“ für die Wismut. Das Streckenprofil (Etagen wie Bhf. Edle Krone oder Block Seerenteich) verlangte dem Lokpersonal viel Geschick und Berufserfahrung ab; Tricks und Tipps, welche von Generation zu Generation weiter gegeben wurden. Züge wurden zerrissen; der Zug musste immer lang hängend gezogen werden. Es gab bergwärts auch Dampfmangel durch schlechte minderwertige Kohle; und Talwärts ging manchmal durch Bremsversagen im wahrsten Sinn die Post ab.

Nach der Elektrifizierung bestimmten die Lokomotiven der BR E42 (242) das Bild (vor Güterzügen in Doppeltraktion); seit 1978 kam die BR 250 dazu. In der jüngeren Vergangenheit wurde die Strecke für höhere Geschwindigkeiten ausgebaut. Nach den Unwettern des Sommers 2002 mussten wiederum aufwändige Reparaturen an Unterbau, Gleisen und Fahrleitungen durchgeführt werden. Dieselfahrzeuge haben auf der Strecke bis auf den Einsatz von Triebwagen der BR VT 137 des Bw Dresden-Pieschen und der Einsatzstelle Flöha, sowie der BR 232/234 „Ludmilla“ keine große Rolle gespielt. Auch der ORT 188 202 (Oberleitungsrevisionstriebwagen) kam bei Störungen und zur Revision zum Einsatz.
Für negative Schlagzeilen auf der „Sachsen-Franken-Magistrale“ sorgten verschiedene nicht alltagstaugliche Neigetechnik-Dieseltriebzüge. Heute werden Lok bespannte Züge in der Regel von E-Lokomotiven gezogen oder neuere Dieseltriebzüge eingesetzt.

Die Saison 2012 im „Eisenbahnmuseum“ an der Zwickauer Strasse 86; in01187 Dresden wird mit dem 4. Dresdner Dampfloktreffen vom 30.März bis 01.April 2012 in enger Zusammenarbeit  mit  „meisachsen„ Tourismusnetzwerk Industriekultur Dresden; dem Verkehrsmuseum Dresden und dem Eisenbahnmuseum der IG Bw Dresden-Altstadt eröffnet! 2012 gilt es 140 Jahre Bw Dresden-Altstadt zu feiern und 90 Jahre Lok 19 017;den legendären „Sachsenstolz“ zu würdigen.
So reisen zahlreiche Sonderzüge an, folgen auch dem Ruf der Steilrampe am Tharandter Wald und fahren zur Freude der Reiseteilnehmer mit Ohren betäubendem Dampfsound – für die Ohren von Kennern Musik, von Dresden nach Klingenberg-Colmnitz und zurück. Die angereisten Gastlokomotiven werden dann im Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt unter den Augen der Besucher wie in alten Zeiten behandelt und mit Betriebsstoffen versorgt. Das Fahrtenprogramm wird von der Sonderzugveranstaltung Chemnitz GbR organisiert.

Unter Verwendung von Archivmaterial sowie Selbsterlebtem
aufgeschrieben und ergänzt von Alfred Hobl und Jörg Baumgärtel

 

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