140 Jahre Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt
Das Eisenbahnmuseum Dresden-Altstadt ist in der ältesten und zugleich jüngsten Baulichkeit des ehemaligen Dampflok- Bahnbetriebswerkes (Bw) Dresden-Altstadt untergebracht. Der erste Lokschuppen auf dem heutigen Museumsgelände wurde bereits 1872 errichtet. Die Errichtung eines Lokanheizgebäudes für 20 Lokomotiven und eines Kohleschuppens folgte im Zuge der zweiten Erweiterung des Böhmischen Bahnhofs nach Übernahme der Albertbahn. Dieser Lokschuppen an der Nossener Straße bildete als späteres Heizhaus 1 den Grundstein für das Bw Dresden-Altstadt und wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1953 neu aufgebaut.
Ab 1876 wurde die Heizhausanlage schrittweise bis zur Jahrhundertwende auf insgesamt 4 Heizhäuser erweitert. Diese dienten nur zum Abstellen von Betriebslokomotiven, Reparaturen erfolgten damals noch in anderen Betriebswerkstätten. Das zum Gelände gehörende Sozialgebäude mit den Wasserbehältern wurde bereits 1884 als eines der ersten seiner Art errichtet. Es erfolgte ein massiver dreistöckiger Anbau an das Heizhaus 1 mit Wasserhochbehälter und Sozialräumen. Dieses Gebäude stellte eines der ersten seiner Art dar und ist heute Bestandteil des Eisenbahnmuseums. Parallel zu den Heizhäusern entstanden Kohleschuppen und offene Kohlestapel. Bekohlt wurde mit ortsfesten Ruge-Kränen, wovon einer noch heute betriebsfähig erhalten und in das Eisenbahnmuseum umgesetzt wurde.


Das Bahnbetriebswerk erlebte in den Jahren 1893/1894 den großen Aufschwung im Zuge der damaligen Erneuerung der Dresdner Bahnanlagen mit der Errichtung der Heizhäuser 3 und 4. In den 1930er Jahren waren bis zu 120 Dampflokomotiven in den vier Lokschuppen stationiert. 1926 wurde im Anschluss an das Heizhaus 4 eine Lokomotivbetriebswerkstatt mit 7 Reparaturständen und offenem Schiebebühnenfeld errichtet. Damit war das Flurstück der Gemarkung Plauen restlos bebaut und das Bw Dresden-Altstadt hatte seine größte Ausdehnung erreicht. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude weitgehend zerstört. Nur das Heizhaus 4 und die Lokomotivbetriebswerkstatt konnten wieder aufgebaut werden. Das Heizhaus 1, heutiges Eisenbahnmuseum, wurde im Jahre 1953 neu errichtet. Bis zum September 1977 beheimatete das Heizhaus 1 die Dampflokomotiven für den Schnellzugverkehr auf der Strecke Dresden – Berlin, zuletzt die BR 01 im Originalzustand. Die große Zeit des Bw Dresden-Altstadt war danach vorbei. 1994 schloss die Deutsche Bahn AG (DB) das Bw. Seit Ende des Planbetriebs mit Dampfloks sind ein Teil der Museumsfahrzeuge des Verkehrsmuseums Dresden (VMD) und der DB im Bw Dresden-Altstadt untergestellt. Seit 1992 fanden auf dem Gelände des ehemaligen Bw Dresden-Altstadt Dampflokfeste statt, welche alljährlich eine riesige Publikumsresonanz hatten.
Der 1999 gegründete Verein IG Bw Dresden-Altstadt e.V. mit über 60 Mitgliedern hat die Erhaltung des ehemaligen Bahnbetriebswerkes und seiner Museumsfahrzeuge zum Ziel. Im Zeitalter der Neugliederung des deutschen Eisenbahnwesens zeichnete sich ab, dass die Eisenbahntraditionspflege beziehungsweise Eisenbahnnostalgie neue Wege gehen muss, um das historische Eisenbahnerbe deutscher Geschichte weiter zu erhalten. 2002 wurde das Museumsgelände an der Nossener Brücke ein Standort des DB Museums Nürnberg. Doch im Zuge von Einsparungen wurde der DB Museumsstandort Dresden ab Oktober 2005 ausgegliedert. Es drohte die Auflösung der Außenstelle und des Vereins. So haben die Mitglieder der IG Bw Dresden-Altstadt e.V. beschlossen, den Standort wirtschaftlich in eigener Regie als Eisenbahnmuseum auf fremden Grund und Boden fortzuführen.


Zu den ständigen Ausstellungsstücken gehören die Lokomotiven 01 137, 03 001, 62 015, 89 6009 und die im Jahr 1922 gebaute und am 17. September selbigen Jahres ausgelieferte Dampflok 19 017, dem legendären „Sachsenstolz“, deren 90 Jahre 2012 gewürdigt werden.
Die Ausstellung der Originalfahrzeuge wird zeitweise durch verschiedene Leihfahrzeuge vom VMD und anderer Vereine bereichert; unter anderem mit den Lokomotiven V15 1001; 130 002; V240 001, dem Oberleitungsrevisionstriebwagen (ORT) 188 202 sowie der historischen Ellok E77 10 der DB AG.
Zu erleben ist auch die vereinseigene Lok 102 188-0 („Gartenlaube“). Ein besonderes Unikat im Eisenbahnmuseum Dresden-Altstadt ist der sächsische Windbergbahn-Aussichtspersonenwagen, von dessen Bauart es ursprünglich nur vier Exemplare gab. Dieser Wagen wird vom Sächsischen Museumseisenbahn-Verein Windbergbahn e.V. betreut. Alle Ausstellungsstücke werden von der Interessengemeinschaft (IG) Bahnbetriebswerk (Bw) Dresden-Altstadt e.V., einer Freizeitgruppe der Stiftung Bahn Sozialwerk (BSW), in mühevoller Kleinarbeit liebevoll gepflegt, um diese einmaligen Originale der Nachwelt erhalten zu können.
Seit 2009 finden nun wieder in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsmuseum Dresden (VMD) und dem Netzwerk Dresden Industrie Kultur, sowie Unterstützung durch die Deutsche Bahn AG (DB) und vieler Eisenbahnvereine Dampfloktreffen statt. Das nunmehr „4.Dresdner Dampfloktreffen- Steam Locomotive Get-Thogether“, findet zur Saisoneröffnung 2012 vom 30.03. bis 01.04.2012 statt, wo auch zugleich „140 Jahre Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt“ und „90 Jahre Lok 19 017“, dem legendären „Sachsenstolz“ aus der Lokomotivschmiede von Richard Hartmann in Chemnitz gefeiert wird.
So reisen wieder zahlreiche Sonderzüge mit mehreren betriebsfähigen Dampflokomotiven aus verschiedenen Regionen Deutschlands an, wechseln die Lokomotiven und fahren zur Freude der Reiseteilnehmer noch Züge durch die Region. Die angereisten Gastlokomotiven werden im Bahnbetriebswerk unter den Augen der Besucher wie in alten Zeiten behandelt und mit Betriebsstoffen versorgt.
Ein umfangreiches Rahmenprogramm erwartet die Besucher im Eisenbahnmuseum der IG Bw Dresden-Altstadt, in enger Zusammenarbeit mit dem Verkehrsmuseum Dresden und der Agentur meiSachsen Tourismusnetzwerk Industriekultur Dresden; alternativ finden dazu die „Tage der Industriekultur Dresden“ statt.
In den beiden Museumsteilen des Bw Dresden-Altstadt finden die Besucher Möglichkeiten, fotogerecht aufgestellte Eisenbahnfahrzeuge zu fotografieren und können nach Herzenslust durch die Lokschuppen pilgern, sich bei einem Imbiss stärken oder ein Andenken bei den zahlreichen Händlern erwerben. Außerdem besteht für die Museumsbesucher die Möglichkeit, auf dem Führerstand der Dampflokomotiven über den Bahnhof Dresden-Altstadt zu fahren.
Bei all diesen Aktivitäten ist die IG Bw Dresden- Altstadt e.V. auf Unterstützung durch Eisenbahnfreunde, Institutionen und Unternehmen sowie auf Gäste zu Veranstaltungen und regulären Öffnungstagen des Eisenbahnmuseums angewiesen. Im Museumsladen können neben verschiedenen Souvenirartikeln auch interessante Originalfotos von Altstädter Lokomotiven erworben werden. In einem Ausstellungsraum ist die Geschichte des Bw Dresden-Altstadt nachzuvollziehen und Interessantes über ausgestellte Originalteile von Dampflokomotiven zu erfahren. Gastronomie gibt es in „RAST AM BAHNSTEIG 3“. Das Vereinsbistro und der Museumslokschuppen können auf Anfrage auch als Lokalität für Feierlichkeiten oder Veranstaltungen in sehr spezieller Kulisse genutzt werden. Nach Absprache werden entsprechend der vorhandenen Möglichkeiten Reparaturen und Erhaltungsmaßnahmen an Schienenfahrzeugen durchgeführt.
Das Anliegen der IG Bw Dresden-Altstadt e.V. ist das Aufzeigen der weniger sichtbaren Seite der Eisenbahn. Die Eisenbahn wird allgemein als Beförderungsmittel für Massentransporte von Personen und Gütern wahrgenommen. Es ist die Welt der Züge unterschiedlichster Kategorien.
Es gibt jedoch auch andere Eisenbahn – „Museumseisenbahn“. Eisenbahn,
die ihre langjährige Tradition eines gesellschaftlichen Phänomens erster Kategorie in Erinnerung ruft und Menschen, die diese Tradition und Geschichte für die Nachwelt erhalten und pflegen. Deshalb ist die Eisenbahn seit den ersten Zügen der Pferdeeisenbahn über die Ära der dynamischen Dampfmaschinen; dem Adler; der Saxonia bis zu den elektrischen Superzügen, ein fester Bestandteil der Geschichte den es zu bewahren gilt. Damit wir unseren Kindeskindern einmal zeigen können: „Das war auch Eisenbahn“! Auf diese Geschichte der Eisenbahn werden die Besucher aufmerksam gemacht. Es soll nicht nur „kalter“ Museumsbetrieb gezeigt werden, sondern die Gäste sollen den Eisenbahnern über die Schultern schauen können. Bewahren, Erinnern, Vermitteln; Eisenbahn zum Anfassen!
Hauptaugenmerk ist dabei das soziale Engagement und das Miteinander, die Gemeinsamkeit; eine Gemeinschaft Gleichgesinnter und das gegenseitige Helfen bei sinnvoller Freizeitgestaltung und Entspannung; durch gemeinsames Handeln und Erleben als das Wohlbefinden begünstigende Lebensgestaltung. So ist der Verein IG Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt, ein Bestandteil sozialer Netzwerke, die dabei unterstützen und helfen.
Es ist schon beachtlich, was das EISENBAHNMUSEUM; der IG Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt in den Jahren so auf die Räder / auf die Gleise gestellt hat!
Sie ALLE haben es geschafft; Lokführer, Eisenbahner, Nichteisenbahner, Förderer, Vereinsmitglieder aus Leidenschaft.
Ihnen Allen gilt der Dank; ganz gleich ob vor oder hinter den Kulissen, die vielen sicht- und unsichtbaren fleißigen Helfer /Geister - Hand in Hand!
Beim Anblick von Eisenbahn raubt es Ihnen den Verstand.
In vielen Stunden Freizeit Eisenbahnfahrzeuge putzen, und Sie dann für Sonderzüge/ Veranstaltungen/ Ausstellungen nutzen.
Da erwacht das Kind (bei der Frau) im Mann; jeder vertreibt sich die Zeit so gut er kann!
Seit über 175 Jahren gibt es Eisenbahn, Groß und Klein.
Die Vereinsmitglieder dürfen stolz sein; dabei zu ein!
Gott schütze das EISENBAHNMUSEUM; der IG Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt
vor NOT und FEUER!
Vor STADTPLANUNG, sowie EISENBAHNPLANUNG und vor der STEUER!
Für die nächsten Jahre und Vorhaben alles Gute; allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Eisen unterm Rad!.
Alfred Hobl und Jörg Baumgärtel unter Verwendung
Archivunterlagen Bw Dresden-Altstadt
Fotos: Sammlung Hobl
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